Die Herr der Ringe-Trilogie – Review

 

Ja, mein erstes Review – und gleich sowas großkotziges. Latürnich, sach ich da nur 😛 Warum ausgerechnet Herr der Ringe? Weil das Werk (ja, ich betrachte die drei Filme als EIN geschlossenes Werk) bis zum heutigen Tag zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört; und nebenbei ist es für mich das denkbar einzige Beispiel einer absolut perfekten Buchverfilmung.

Natürlich, man kann nicht von den Filmen reden, ohne die Bücher zu berücksichtigen, auch wenn die Peter Jackson-Filme auch sehr gut ohne Buchwissen als eigenständige Filme funktionieren; etwas, das man keineswegs von allen Buchverfilmungen behaupten kann. Man kann die Bücher lieben oder hassen, aber niemand kann den unfassbaren Einfluss der Trilogie auf das gesamte Fantasy-Genre bestreiten. Mit einer aus heutiger Sicht unfassbaren Detailverliebtheit schuf J.R.R Tolkien eine gigantische eigene Welt, die sich nicht bloß auf das beschränkt, was im Buch auftaucht. Nein, ganze Landkarten mit Regionen, die zum Teil nicht einmal in den Büchern auftauchen wurden erschaffen. Jede der vielfältigen und fantasievollen Kreaturen erhielt eine bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Sprache (inklusive jeweils eigenem Alphabet!!!), die Tolkien fließend beherrschte. Eigene Traditionen, Geschichten, Gedichte und Lieder wurden kunstvoll in das Universum der Orks, Elben und Hobbits eingewoben. Dabei gingen die Geschichten über bloße Fantasy-Elemente hinaus und erreichen mit etwas Kontextwissen viel Tiefgang – immerhin verarbeitete Tolkien eigene Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg in den Büchern. Bis heute kopieren unzählige Romane oder Computerspiele das Konzept (und manchmal sogar die Wesen selbst – jaha, World of Warcraft, ich rede von dir!). Spannend, mitreißend, episch…die erfolgreichste Fantasy-Buchreihe alles Zeiten, in vielen Ranking-Listen sogar vor der Bibel platziert.

Wie kann man nun so ein erfolgreiches und umfassendes Projekt verfilmen? Nun – eigentlich überhaupt nicht. Es gab einen jämmerlichen Versuch einer Zeichentrickverfilmung in den Achzigern – dessen einziger beachtenswerter Aspekt für mich ist, dass Aragorn in dieser Version aussieht wie der Psychopath aus „No Country for old Men“:

Also bitte… 😀

Und dann kam Peter Jackson. Ein relativ unbekannter neuseeländischer Regisseur, der nur Gore- und Splatter-Fans aufgrund seiner sehr blutig-skurrilen Frühwerke „Braindead“ oder „Bad Taste“ geläufig war, wollte diese unverfilmbare Bibel als Realverfilmung umsetzen. Lachen, Unglauben, Skepsis. Es folgte: Begeisterung, ein Oscar-Regen und eine Revolution im FantasyFILM-Genre.

Wenn ich über die Herr der Ringe Filme rede, dann beziehe ich mich zumeist auf die auf DVD erschienenen „Special Extended Editions“. Die Kinoversionen sind großartig, ohne Frage – die Extended Cuts sind BOSS! Jeder der drei Filme ist in der jeweiligen Extended Edition um mehr als eine halbe Stunde länger – und beinhaltet unzählige sehr wichtige wie großartige Szenen, die die Buchumsetzung komplettieren.

Die Besetzung ist gelinde gesagt perfekt: Jede Figur entspricht exakt den Beschreibungen Tolkiens und ich behaupte mal ganz dreist auch den Bildern im Kopf. Christopher Lee als Saruman ist dabei sowas wie der absolute Geniestreich – besser hätte man die Rolle nicht besetzen können. Auf jeden einzelnen Schauspieler einzugehen, würde den Rahmen sprengen (und da habe ich auch keinen Bock zu), aber die schauspielerischen Leistungen sind durchweg überzeugend bis großartig.

Die Effekte würden auch in einem heutigen Film überzeugen und schlagen sie in großen Teilen sogar. Ebenso wie die monumentalen Sets und die wuchtige Filmmusik (ich war sogar mal in einem Live-Konzert, in dem der Soundtrack von einem hundertköpfigen Orchester und Chor gespielt wurde).

Die Story: Absolut Tolkiengetreu. Natürlich nicht eins zu eins – das kann und sollte ein Film nicht leisten, sonst fehlt die eigene Identität. Es wurden Elemente hinzuerfunden, verändert, komprimiert, an die Dramaturgie eines Films angepasst – auch herausgestrichen wurden viele Elemente. Am kontroversesten gilt dabei die komplette Wegnahme des Charakters Tom Bombadil – mutig, aber meines Erachtens eine richtige Entscheidung. Ich kann jeden verstehen, der deshalb enttäuscht ist, aber für den Plot und seine Entwicklung ist er…unnötig. Tom Bombadil trifft im ersten Buch auf  die Hobbits und befreit sie aus einer gefährlichen Situation – die im Buch gut hereinpasst, die Reise aber in keiner Weise voranbringt und für die Entwicklung der Protagonisten absolut unwichtig ist. Zudem hat mir der Charakter persönlich nie besonders gefallen, ich fand ihn eher albern und unnötig (auch wenn das Hügelgrab-Kapitel absolut klasse war).

Was gibt es mehr zu sagen: Epische Schlachten, herrliche Dialoge, komplexe Charaktere – und ikonische Szenen, die in Erinnerung bleiben und bei mir für absolute Gänsehaut sorgen. Einige von meinen persönlichen Favoriten: Gollums Zwiesprache mit seinem zweiten Ich sind intensiv, manchmal witzig und eine inszenatorische Meisterleistung. Der langsame Verfall von Arwen und ihre Aussichten ihrer Zukunft. Die Vorbereitungen auf die Schlacht von Helms Klamm. Abr meine absolute Lieblingsszene: Die Opferung Faramirs in „Rückkehr des Königs“. Ohne Ton, Schnitt zwischen Faramir und seinen Mannen auf dem Weg ins Verderben, seinem wahnsinnigen Vater beim unbekümmerten Essen und Pippins leisem traurigen Lied. Ein persönliches Highlight; ich kriege jedes Mal aufs neue Gänsehaut.

Ich könnte noch seitenlang fortfahren, aber ich schätze meine Meinung ist klar genug geworden. Normalerweise mag ich dieses orgasmische Dauerlobpreisen nicht und ihr werdet es in nicht vielen Reviews von mir erleben, aber hier ist es absolut gerechtfertigt.

Der Herr der Ringe: Ein Neuzeitklassiker – und die perfekte Buchverfilmung

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Ein Gedanke zu “Die Herr der Ringe-Trilogie – Review

  1. Definitiv die beste Buchreihenverfilmung.
    Als beste Romanverfilmung kommt für mich aber auch noch Fight Club in Frage. Und leicht dahinter 39,90.
    Sehr episch, aber kein bisschen übertrieben oder unpassend.

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